Die Fünfte Passion

"DIE FÜNFTE PASSION" -

DER THRILLER ÜBER DIE VERBORGENE SEITE DER MUSIK

Eine tödliche Verschwörung um eine mysteriöse Handschrift von Johann Sebastian Bach
Der Musikwissenschaftler Adrian Fischer wird ermordet. Seine Tochter Gwendolyn, eine erfolgreiche Opernsängerin, hatte wenig Kontakt zu ihrem Vater. Nun muss sie sich aber mit dessen Nachlass befassen und macht eine erschreckende Entdeckung: Ihr Vater hatte ein verschollenes Bach-Manuskript gefunden, in dem das Datum des jüngsten Tags verschlüsselt ist. Gwendolyn erhält kurz darauf einen mysteriösen Anruf: Ein Unbekannter versucht, die Herausgabe der Noten zu erpressen. Und dann entgeht Gwen nur knapp einem Mordanschlag ...
Weitere Informationen zum Buch hier.

"The Fifth Passion" - A deadly conspiracy centring on a mysterious Johann Sebastian Bach manuscript

Musicologist Adrian Fischer is murdered. His daughter Gwendolyn is a successful opera singer, but she had little contact to her father. Now she has to deal with his estate and makes an incredible discovery: her father had found a missing Bach manuscript containing the date of the Day of Judgement in code. Shortly afterwards, Gwendolyn gets a peculiar telephone call from an unknown man trying to blackmail her into giving him the music. And then Gwendolyn only just survives an attempt on her life.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Was ist ein "Lituus"? Forscher lüften Bach-Geheimnis

Die Bach-Motette BWV 118 ("O Jesu Christ, mein's Lebens Licht") gab den Musikforschern bisher Rätsel auf: Für welche Instrumente waren eigentlich die hohen Begleitstimmen gedacht? Bach schrieb in seiner Partitur "Litui" vor - Blasinstrumente, die heute niemand mehr kennt und die Assoziationen an die Antike hervorrufen. Die Motette ist übrigens eine Begräbnismusik. Der besondere Klang eines "Lituus" war für Bach wohl für den traurigen Anlass am geeignetsten.

Jetzt haben Forscher ergründet, worum es sich beim Lituus gehandelt hat. Das berichtet Spiegel Online in einem aktuellen Beitrag. Hier der Link. Natürlich gibts das "Lituus" auch zu sehen und zu hören (wobei ich den im Video zu erlebenden Klangeindruck nicht berauschend finde. Vielleicht müssen die Musiker das rekonstruierte Instrument erst mal üben ...).

Die Noten von BWV 118 habe ich auch gefunden. Hier der Link.

Freitag, 17. Juli 2009

Kontrapunkt und Mathematik

Überall bei Bach herrscht mehr als bei jedem anderen Komponisten die Kunst des Kontrapunkts: Die einzelnen Stimmen sind so konstruiert, dass sie in den mannigfaltigsten Kombinationen, Verschachtelungen und nach mathematischen Prinzipien veränderten Varianten miteinander harmonieren. Seine Musik erinnert an Architektur, an ein tönendes kosmisches Modell – ganz nach der mittelalterlichen Vorstellung einer „Harmonia Mundi“, einer „Harmonie der Welt.“

Bach gilt als einer der letzten großen Vertreter der Musikauffassung des Mittelalters, die wiederum auf dem Denken der Antike basiert: Mit den Worten „Alles ist Zahl“ soll der antike Mathematiker Pythagoras sein Weltbild zusammengefasst haben. Die Welt als Zahlensystem spielt auch beim antiken Philosophen Platon und den späteren Kirchenvätern eine Rolle. „Du hast alles geordnet nach Maß, Zahl und Gewicht“ („Sed omnia mensura et numero et pondere disposuit“) heißt es im Alten Testament (Das Buch der Weisheit 11,20).

Doch die pure Faszination der tieferen Ordnung ist noch längst nicht alles, was die Menschen bei Bach beschäftigt. Seit Jahrzehnten sucht man in Bachs Partituren verschlüsselte Botschaften.

Und man ist fündig geworden!

Begonnen hat es wahrscheinlich bei Wilhelm Werker, der in einer 1922 und 1923 erschienen Arbeit über Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ über auffällige Zahlensymmetrien berichtete und eine gewisse Bedeutung der Zahlen 7, 10 und 14 konstatierte – symbolträchtige Zahlen, steht die 7 doch für die Vollendung der Schlöpfung (am siebenten Tage ruhte Gott), die zehn für die göttliche Vollkommenheit (10 Gebote) und die 14 für Bach selbst: Nach dem gematrischen Alphabet, bei dem man die Buchstaben in der Reihenfolge des Alphabets mit Zahlen gleichsetzt, ergibt der Name Bach die Zahlen 2, 1, 3 und 8 – die Summe ergibt 14. Dies passt dazu, dass Bach nachweislich mehrmals die Noten seines Namens, also die Töne B, A, C und H als musikalisches Motiv verwendet hat. Das berühmteste Beispiel ist das Auftauchen des Namens im letzten Teil der „Kunst der Fuge“ – interessanterweise kurz bevor das Stück abbricht. Es ist unvollendet geblieben.

Dass Bachs Werke ein wahres Sammelbecken für Symbole sind, hat Arnold Schering 1938 dargelegt. Weitere Zahlensymbole zeigte Martin Jansen in einer Veröffentlichung im selben Jahr. Friedrich Smend (1947) konzentrierte sich auf die umfassende Analyse und Entschlüsselung des Kanons, den Bach auf dem berühmtesten aller Bach-Gemälde in der Hand hält und der heute unter der Nummer 1047 im Bachwerkeverzeichnis (BWV) aufgeführt wird.

Etwa seit den 70er Jahren begannen sich immer mehr Musikforscher für die mathematische und symbolträchtige Seite von Bachs Werk zu interessieren. Ein besonders spekulatives Buch erschien 1985, im Jahr von Bachs 300. Geburtstag in niederländischer Sprache. In „Bach en het getal“ („Bach und die Zahl“) von Kees van Houten und Marinus Kapsbergen werden aus reinen Zahlenrechnungen viele Dinge erschlossen – etwa die angebliche und unbewiesene Zugehörigkeit Bach zu den Rosenkreuzern. Im Jahr 2000 (wieder ein Bach-Jahr, in dem man den 250. Todestag beging) erschien „Johann Sebastian Bachs ‚Kunst der Fuge’ – Ein pythagoreisches Werk und seine Verwirklichung“ von Hans-Eberhard Dentler.